Zwischen 1927 und 1933 entstand in Turku die Architekturbewegung des Funktionalismus. Ihr Hauptvertreter Alvar Aalto entwarf drei Gebäude in Turku, die als Paradebeispiele für diesen Stil gelten: das Maalaistentalo, das Turun-Sanomat-Gebäude und das Seurahuone. Turku setzt sich aktiv für eine barrierefreie Stadt ein und wurde dafür 2011 mit dem zweiten Platz beim Access City Award belohnt.
Aufgrund seiner ausgeprägten Restaurantkultur und seines berühmten historischen Fischmarktes ist Turku auch als Finnlands kulinarische Hauptstadt bekannt.
Mit einer der größten Sammlungen von Jugendstilgebäuden in Nordeuropa und einem breiten Spektrum an architektonischen Stilen wie Modernismus und Funktionalismus ist Helsinki ein wahres Juwel für Architekturliebhaber. Zu den Highlights der Stadt gehören die tief in den Fels gehauene Temppeliaukio-Kirche und der Senatsplatz mit seinen vier klassizistischen Gebäuden, die von dem deutschen Architekten Carl Ludwig Engel entworfen wurden. Außerdem lässt sich die Stadt für alle problemlos erkunden, wie der zweite Platz beim Access City Award 2022 für barrierefreie Städte zeigt.
An der Küste Helsinkis liegt die Seefestung Suomenlinna, ein UNESCO-Weltkulturerbe und ein Paradebeispiel europäischer Militärarchitektur. Auf der gegenüberliegenden Seite der Küste befindet sich das Freilichtmuseum Seurasaari, das eine Momentaufnahme des traditionellen finnischen Lebens bietet.
Tartu, die zweitgrößte Stadt Estlands, ist für ihren unkonventionellen Vibe bekannt und gilt als Zentrum des wissenschaftlichen Fortschritts in Estland. Die Architektur ist vom Klassizismus geprägt, insbesondere in der denkmalgeschützten Altstadt. 2015 wurde das historische Ensemble der Universität Tartu mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel für seine beeindruckende Architektur aus dem 19. Jahrhundert ausgezeichnet, die die europäische Bildungstradition widerspiegelt. Doch auch 2024 überzeugt die Stadt und trägt den Titel Kulturhauptstadt Europas. Ihre Bemühungen um Barrierefreiheit und praktische Lösungen für Einheimische und Reisende mit eingeschränkter Mobilität brachten ihr zudem den zweit Platz beim Access City Award 2020 ein. Die Aparaaditehas („Apparatenfabrik“), ein alter Fabrikkomplex, der 2014 in einen Kreativcampus umgewandelt wurde, oder das Estnische Nationalmuseum solltest du auf keinen Fall verpassen.
Valga liegt im Süden Estlands, an der Grenze zu Lettland. Das zwischen 1864 und 1866 erbaute Rathaus der Stadt ist eines der bedeutendsten Beispiele für spätklassizistische Holzarchitektur in Estland. Ebenfalls einen Besuch wert ist das Heimatmuseum in Valga, denn das Gebäude aus dem Jahr 1911 gilt als Paradebeispiel des späten Jugendstils. Seine beeindruckende Fassade steht unter Denkmalschutz.
Vom Gipfel des Hügels Väike Munamägi sieht man den zentralen Platz, der zur Hälfte zu Valga in Estland und zur Hälfte zu Valka in Lettland gehört.
Riga ist mit rund 800 Jugendstilgebäuden die Stadt mit der weltweit höchsten Dichte an Jugendstilarchitektur. Daraus stechen vor allem das historische Zentrum, das seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, und die Drei Brüder hervor, der älteste Wohnkomplex Rigas und zugleich eines der bekanntesten Beispiele für den lettischen Denkmalschutz – eine Praxis, die sich in Lettland in der Zwischenkriegszeit entwickelte. Heute sind die Drei Brüder von so großer kultureller Bedeutung für die Stadt, dass sie mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet wurden.
Knurrt der Magen? Auf dem Zentralmarkt – einem der größten in Europa – kannst du dich durch lokale Köstlichkeiten wie geräucherten Fisch probieren. Vergiss nicht, den Bremer Stadtmusikanten in der Altstadt einen Besuch abzustatten. Die vier Tiere aus dem berühmten Märchen der Gebrüder Grimm sind dort in einer Skulptur verewigt.
Das Stadtbild von Daugavpils zeichnet sich durch zahlreiche rote Backsteinbauten aus, von denen viele vom Chefarchitekten der Stadt Willem Neumann entworfen wurden. Auf dem Kirchenhügel stehen vier Kirchen nebeneinander, die jeweils die vier wichtigsten Konfessionen in der lettischen Region Latgale vertreten. Zusammen bilden sie ein beeindruckendes architektonisches Gesamtkunstwerk.
Im historischen Gebäude des Artillerie-Arsenals der Festung Daugavpils befindet sich das Mark Rothko Kunstzentrum, das einzige Museum in Osteuropa, in dem Originalwerke des Malers ausgestellt sind.
Die Kulturstadt Kaunas erhielt 2014 für die 44 Gebäude der Zwischenkriegsarchitektur (1919–1940) das Europäische Kulturerbe-Siegel. Die Stadt wurde für die Restaurierung des ehemaligen Ministerkabinetts mit dem Europäischen Kulturerbe-Preis ausgezeichnet und erhielt darüber hinaus den Titel „UNESCO City of Design 2017“. Kaunas war außerdem eine der drei Kulturhauptstädte Europas 2022.
Die Stadt, in der 1908 bis zu 40 % der Bevölkerung jüdisch waren, war in der Vergangenheit eines der Zentren des jüdischen Erbes in Europa. Dieses Erbe ist bis heute in der Synagoge von Kaunas, dem Stadtmuseum von Kaunas und dem Staatlichen Jüdischen Museum Gaon von Vilnius erhalten.
Suchst du nach einem einzigartigen Museum? Dann bist du hier an der richtigen Adresse. Im Teufelsmuseum sind mehr als 2 000 Darstellungen des Teufels aus aller Welt ausgestellt.
Mit jährlichen Veranstaltungen wie dem Klaipėdaer Musikfrühling, dem Klaipėda Castle Jazz Festival und dem Internationalen Tag der Straßentheater wird der Aufenthalt in Klaipėda nie langweilig. Aufgrund ihrer deutschen Geschichte hat die Stadt einen ausgeprägten von Fachwerkbauten durchzogenen Baustil.
Außerdem ist die Küstenstadt der einzige große Meereshafen Litauens. An Bord des Segelschiffs „Meridianas“ kannst du Kepta Duona, ein baltisches frittiertes Schwarzbrot, probieren, um die Meeresatmosphäre auch kulinarisch zu genießen.